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2014 habe ich an einem Holzschnitz-Kurs teilgenommen. Da mir der Bezug zu einem klassischen Kunstwerk oder einer Figur gefehlt hat, aber auf der anderen Seite schon länger der Wunsch gekeimt hatte mich an einer eigenen Gitarre zu versuchen, habe ich beschlossen dieses als mein Ziel zu setzen. Aus diesem Grund ist eine extrem merkwürdige Gitarre entstanden, da normalerweise eine Gitarre gesägt wird und danach fein bearbeitet wird wenn gewünscht. Ich entgegen dem habe allerdings, da es im Zuge dieses Kurses passender war, mit Hilfe von Stechbeiteln und anderen Schnitzwerkzeugen den gesamten Korpus aus einem massiven Block Kirschholz geschnitzt. Dieses ist sehr hart, bekommt dadurch allerdings einen angenehmen weichen Klang.

Anfang des Stückes. Zur Orientierung habe ich ganz grob von Hand meine Ziel-Form aufgezeichnet und mit einer Motorsäge großzügig ein wenig Fleisch weg nehmen lassen.

Erste Versuche am Hals ein wenig Kontur heraus zu arbeiten. Am Hals habe ich mehr stehen gelassen als ich benötige, da ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht entschieden hatte, welche Halsform ich verbaue.

Sehr grob behauen noch, aber so langsam wird die Form erkennbar, die Rundung ist bereits heraus gearbeitet. Nach diesem Bild wurde die Form noch mit feineren Beiteln bearbeitet und verfeinert bis ich damit zufrieden war.

Nach dem Herausarbeiten mit Schleifmaschinen die Oberfläche bearbeitet und mit feineren Schleifen und Fräsen auch die Rundungen bereits geglättet.

Rechts zum Vergleich ein Stück des ursprünglichen Holzes, sehr schön zu erkennen ist bereits die wunderbare Maserung die ich auch in dieser Art hervorheben wollte. Insgesamt stecken hier 2 Tage Schnitzarbeit drin, wobei ich auch die meisten Techniken erst lernen musste.

Den Hals und die Elektronik habe ich im Internet bestellt. Hierbei darauf geachtet, eine 62,8cm Mensur zu nutzen und Humbucker mit möglichst niedrigem Widerstand. Natürlich sollte dies alles nicht übertrieben sein, aber durch dieses habe ich mir einen etwas wärmeren, breiteren Klang versprochen der einer Les Paul nahe kommt. Generell habe ich darauf geachtet, dass ich nicht die billigsten Teile gekauft habe, aber habe bewusst auf Marken verzichtet um im Fall eines Misserfolges nicht zu viel Geld heraus zu schmeißen. Am Ende haben mich alle Teile und Materialen für die gesamte Gitarre gerade mal 250€ gekostet und damit deutlich weniger als ein handelsüblicher 12-Saiter veranschlagen würde.

Ein großer Flopp war definitiv das Herausarbeiten der Hals und Tonabnehmer Vertiefungen. Aufgrund fehlender Kenntnisse haben wir hier mit Forstnerbohrern erst einiges Material weg genommen und dann vor allem mit Fräsen (anfangs, das war zu Riskant und ist einmal beinahe schief gegangen) und dann mit Beiteln die Form herausgearbeitet. Das ganze hat einen ganzen Tag gedauert und dürfte mit einem Bündigfräser mit Anlaufring oben und entsprechenden Schablonen deutlich einfacher werden. Für die nächste Gitarre definitiv vorgemerkt.

Nächster Fehler war, dass ich versehentlich einen geleimten Hals gekauft habe und keinen geschraubten. Daher war hier nach zwei Tagen nach dem Einleimen Schluss und das gute Werkstück musste erst mal trocknen.

Zwei Wochen später war es endlich so weit, dass ich wieder Zeit gefunden habe die Gitarre zu finalisieren. Mit dem eingebauten Hals und den bereits eingeschlagenen Stegen sieht die Gitarre fast fertig aus. Die Bohrungen für die Potis sind natürlich auch zu sehen und als einziges Kabel ist die Erdung der Brücke bereits eingebracht.

Als alter Perfektionist war mir dann erst mal wichtig mit immer feinerer Körnung die ganze Gitarre zu schleifen bis sie sich weich wie Marmor anfühlt.

Erste Testbespannung und auch die Elektronik wurde eingebaut um die Funktionalität zu prüfen. Bereits zu diesem Zeitpunkt habe ich einen extrem guten und sauberen Klang bemerkt. Danach wurde natürlich die ganze Elektronik wieder ausgebaut um die letzten Feinheiten zu vollenden.

Finisch des Holz mit Öl um die spezifische Färbung des Kirschholzes hervorzuheben und gleichzeitig auch die Maserung zu präsentieren.

Trocknen der Gitarre am Ende des ersten Tages nach Einleimen.

Einbau und verlöten der Elektronik. Einmal noch sehr genau gearbeitet um später möglichst kein Brummen zu erhalten.

Fertig und bespannt. Zu diesem Zeitpunkt war noch interessant, ob die Gitarre die erste Nacht übersteht, da mir nicht klar war, wie stabil ein geleimter Hals ist bei 12 Saiten ist. Aber wie sich zeigen sollte kein Problem. Eine kleine Macke ist leider in diesem Bild zu erkennen, aber man muss schon wissen wo um sie auf den ersten Blick zu erkennen.

Erstes Anspielen der Gitarre. Nicht im Bild ist die noch fehlende Elektronikfach-Abdeckung, aber dies besitzt nur ästhetische Gründe und beeinträchtigt damit nicht die Spielbarkeit. Der Klang ist wunderbar und mich hat total überrascht wie gut bereits mein erster Versuch gelungen ist. Mein Dank an dieser Stelle vor allem an meinen Vater, der mir bei der ganzen Arbeit zur Seite stand. Ich bin mir jetzt schon sicher, das war nicht der letzte Eigenbau.

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